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Angeln in Breitungen
Angeln aus Leidenschaft...   

Geschichte des Angelsports in Breitungen

Aus einer Übersicht von 1794 über in Breitungen ausgeübter Berufe geht hervor,daß es in Breitungen einen „ Fischer „ gegeben hat. Vermutlich Anfang der 20-ziger Jahre bis 1945 gab es in Breitungen einen Angelverein, der Gewässerabschnitte der Werra gepachtet hatte. Aus der Chronik geht hervor, das es bereits 1930 einen Lehrgang für Angler in Breitungen gegeben hat. In dieser Zeit gab es nur wenig zu beangelnde Gewässer, da die meißten Teiche und Seen, so auch die beiden großen Breitunger Seen in Privatbesitz waren oder privat gepachtet wurden. Von diesen Pächtern wurde ein jährliches Abgabesoll an Speisefischen verlangt. Die Breitunger Seen dienten vor 1940 zu kommerziellen Zwecken. So verpachtete die Gemeinde Breitungen die Seen an einen Berufsfischer. Zwei mal im Jahr wurden die Seen mit einem Zugnetz befischt, außerdem kamen Reusenfischerei,Stellnetzfischerei, Eisfischerei und das Fischen mit Stellschnüren und Haken sowie sogenannte Puppen hinzu. Eine Überfischung der Gewässer, so das keine natürliche Reproduktion des Fischbestandes gegeben war, erfolgte aber trotz intensiver Fischerei nicht.Zu Besatzmaßnahmen kann gesagt werden, daß außer einem geringen Besatz an Karpfen keine weiteren Fischarten besetzt wurden. Eine direkte Beangelung mit der Angelrute erfolgte kaum. Nach 1945 gründete sich der „ Deutsche Anglerverband der DDR „ und es wurde eineOrsgruppe – Breitungen „ ins Leben gerufen.

Aber auch in dieser Zeit standen den Anglern nicht alle Gewässer der Breitunger Flur uneingeschränkt zur Beanglung zur Verfügung. So wird 1954 der Fischpächter „ Karl Wiegand „ für die Breitunger Seen in der Chronik von Breitungen erwähnt. Das Wirtschaftskollektiv der DAV-Ortsgruppe Breitungen fischte ebenfalls mit Reusen, Stellnetzen,Schnüren e.t.c. in den Breitunger Seen und verkaufte die hierbei gefangenen Fische unter anderm an den Händler Karl Dittmar,der einen Lebensmittelladen ( auch von den Breitungern „ Dimmeriche „ genannt ) in Frauenbreitungen betrieb. Dort wurden die gefangenen Fische in riesigen Bassins im Keller des Geschäftes bis zum Verkauf gehältert. Die Versorgung mit frischem Fisch wurde von den Breitungern gern angenommen. Teilweise wurde sogar so viel Fisch gefangen,daß dieser bis in die damalige Kreisstadt Schmalkalden zum Verkauf geliefert wurde. Geangelt und gefischt wurde in den Breitunger Gewässern schon immer und vermutlich wurde auch zu jeder Zeit in den verpachteten Gewässern Fischfrevel begangen. Man fischte unerlaubt mit Karbid,mit Reusen,mit Aalschnüren,Netzen und vielen mehr. Russische Soldaten und Offiziere fischten sogar mit Handgranaten. Zur Geschichte kann man sagen,daß die Fischerträge bis zum 2.Weltkrieg für damalige Verhältnisse sehr bedeutsam waren. Als Beweis dafür,welche kapitalen Fische beim Pachtbauern im Teich oder See schwammen,schnitt man damals einem sehr großen Hecht oder Karpfen den Kopf ab und spießte ihn beim Pachtbauern auf den Gartenzaun. Gerade 1945 gab es in der Werra sehr viele Fische. Nach Hochwassern,durch Schneeschmelze verursacht,sammelten sich in den Tümpeln auf den Werrawiesen riesige Mengen von Fischen,hauptsächlich Barben,Barsch,Döbel und Gründlinge. Diese wurden von der Bevölkerung auf unkonventionelle Art gefangen,wie zum Beispiel mit der Hand oder mit einem normalen Rechen. In den 70-ziger Jahren drohte den Anglern die Einstellung der Angelerlaubniss an den beiden Breitunger Seen,weil sich einige Bürger auch Angler gesetzwidrig im Naturschutzgebiet verhielten. Es wurden Lagerfeuer betrieben,Saufgelage gefeiert,Müll im Bereich des Naturschutz-gebietes hinterlassen,wild gezeltet,mit Motorrädern und Mopeds im Schutzgebiet gefahren und sogar Kühe weideten dort. Das waren natürlich alles Dinge,die auch der ansäßige Angelverein nicht billigte, zumal der DAV sich für Sauberkeit und Ordnung am Seeufer und im NSG verantwortlich zeigte. Es wurde ein Maßnahmekatalog erarbeitet und durchgesetzt,das auch weiterhin die angelsportliche Nutzung durch Vereinsmitglieder erlaubt wurde. Gegenwärtig erfolgt die Angelfischerei an den Breitunger Gewässern nur unter Einhaltung   strenger Vorschriften und stellt keinen Eingriff in den Naturhaushalt dar. Geangelt wird nur noch aus Freude am Angelsport und zur Deckung des Eigenbedarfes an Speisefischen,nicht mehr zu kommerziellen Zwecken. Die Breitunger Gewässer werden seit 1991 durch den Angelsportverein Breitungen e.V. bewirtschaftet.

Der Angelsportverein Breitungen e.V. wurde am 01.April 1991 aus der Ortsgruppe des DAV in der Gaststätte „ Burghügel „ in Herrenbreitungen gegründet. Gründungsmitglieder waren:

Sportfreund Dietrich Roese als 1. Vorsitzender                                                        

Sportfreund Harry Kümpel  als 2. Vorsitzender                                          

Sportfreund Klaus Pfannstiel als Schatzmeister


Oben genannte Gründungsmitglieder üben die Funktionen im Verein bis zum heutigen Tage,das heißt seit 25- Jahren aus. Der Angelsportverein Breitungen hatte bei seiner Gründung 143 Mitglieder. Heute ist er mit 263 Mitglieder einer der mitgliederstärksten Vereine der Region. Als Pachtgewässer bietet er seinen Mitglieder die Breitunger Seen, sowie Mitgliedern und Gastanglern die Werra in der Gemarkung Breitungen,die Kiesgrube in der Gemarkung Breitungen,die Truse in der Gemarkung Breitungen zur angelsportlichen Nutzung an. Es wurden 2 Vereinsheime errichtet,welche von Mitgliedern und Gästen auch privat gegen eine Nutzungsgebühr für Feierlichkeiten zur Verfügung stehen An der Kiesgrube wurde ein Bootsanliegersteg geschaffen,sowie 18 Boote durch den Verein angeschafft welche zur Bootsangelei auf dem Pachtgewässer „ Kiesgrube „ gemietet werden können. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Breitunger Seen,als Pachtgewässer des Angelsportvereines Breitungen noch an die Dynamik der Werra-Aue angeschlossen.Trat die Werra über die Ufer,wurden beide Seen mit frischen Flußwasser versorgt.Mit der Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen an der Werra wurde die natürliche Frischwasserzufuhr in die Seen unterbunden. Nährstoffe aus Abwässern und umliegenden landwirtschaftlichen Flächen,welche auch momentan noch jährlich gedüngt werden,haben sich über Jahrzehnte in den Seesedimenten angereichert und werden auch stetig durch Ausschwemmung des Bodens über die Quellen des Hinteren Sees eingebracht.Vor allem der hohe Phosphatgehalt führt saisonal,je nach Wetterlage,zu starkem Algenwachstum,Trübung und Verschlammung der Seen. Lichtbedürftige Unterwasserpflanzen können so nicht mehr gedeihen. Wegen der Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Wasser kam es in den letzten Jahren wiederholt zu Fischsterben,das letzte im Jahr 2009 mit großen Auswirkungen auf den Fischbestand.

Durch Sportfreunde des Angelsportverein Breitungen wurden hierbei 1,6 t verendete Fische aus den Seen geborgen. Um natürliche Verhältnisse in den Breitunger Seen wieder herstellen zu können,ist die regelmäßige Zufuhr von frischem ,nährstoffarmen Wasser aus der Werra notwendig. Das ist keine leichte Aufgabe,weil das Wasser der Werra die Seen ohne Einsatz technischer Hilfsmittel,wie Pumpen erreichen soll. Auf eine Initiative des Angelsportvereines hin hat der BUND Thüringen deshalb in enger Abstimmung mit der Gemeinde Breitungen,der Wasser- und Naturschutzbehörde des Landkreises und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie das Hydrolabor Schleusingen damit beauftragt,eine Lösung für das Problem zu finden. Die Experten des Hydrolabors haben dazu einen Flussabschnitt der Werra im Modell nachgebaut,um zu untersuchen,wo das Wasser entnommen und wie es zu den Seen geleitet werden kann. Die Untersuchungen zeigen: Die Ableitung des Wassers aus der Werra muß südlich des Bußhofes erfolgen. Kürzere Varianten würden wegen des sehr geringen Gefälles nicht funktionieren. Ein Ausleitungsgraben soll das Wasser dem ehemaligen Altarm der Werra am Bußhof zuführen und von dort über den Seebachsgraben in den Hinteren See leiten. Die Ausleitung der Werra wird so angelegt,daß der Wasserstand der Werra auch im Sommer nicht beeinträchtigt werden kann. Untersuchungen haben ebenfalls gezeigt,daß der Hochwasserschutz für Breitungen von den Maßnahmen nicht beeinflußt wird. Nachdem die technische Machbarkeit geklärt ist,soll in einem Folgeprojekt die Umsetzung in nächster Zeit erfolgen. Für eine nachhaltige Verbesserung der Gewässerqualität der Breitunger Seen reicht aber die Zuführung von Frischwasser alleine nicht aus.!!! Die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft müssen dauerhaft reduziert werden!!! Dies kann erreicht werden,wenn die angrenzenden Äcker in Zukunft als Grünland genutzt werden.Optimal wäre eine ganzjährige extensive Beweidung mit robusten Rinderrassen und Pferden. Der Angelsportverein wird hierbei seinen Beitrag leisten,indem er einen dem Gewässertyp entsprechenden Fischbestand hegt,die bezüglich des Naturschutzgebiet betreffenden Regelungen einhält und mit seinen Mitgliedern bei der Umsetzung bestimmter notwendiger Maßnahmen im Rahmen seiner Möglichkeiten mitwirkt. Wenn es gelingt,Landwirtschaft,Angelfischerei,Gemeinde und Naturschutz in ein Boot zu holen,dann stehen die Chancen gut,die Breitunger Seen wieder zu einem einzigartigen  Kleinod vor  den Toren der Gemeinde Breitungen zu machen. Der Angelsportverein Breitungen e. V. wird alles dafür einsetzen,das der Breitunger See auch weiterhin seinen Mitglieder als Angelgewässer zur Verfügung steht. Um die Vereinsanlage an der Kiesgrube Breitungen noch atraktiver zu gestalten,wurde im Jahr 2015 auf dem dortigem Vereinsgelände des ASV-Breitungen eine neue Toilettenanlage errichtet.Dies machte sich erforderlich,um bei Feierlichkeiten auch entsprechende sanitäre Anlagen nutzen zu können. Der Verein ist bestrebt seinen Mitglieder bei der Ausübung ihres Hobbys viele Möglichkeiten und ein erholsames Umfeld zu bieten. Er zeichnet für die Ordnung und Sauberkeit an allen Breitunger Gewässern verantwortlich. Jugendarbeit wird im Angelsportverein Breitungen ebenfalls große Beachtung geschenkt. Der ASV – Breitungen hat in seiner Jugendgruppe mit Stand vom November 2015

24 Mitglieder.

Laut Vorstandsbeschluß erhalten Jugendliche bis 18 Jahre die Möglichkeitdas erste Jahr kostenlos Mitglied in unserem Verein zu sein. In diesem beitragsfreien Jahr haben die Jugendlichen die Möglichkeit zu entscheiden, inwieweit dieses Hobby ihren Interessen gerecht wird und ob sie es weiterbetreiben möchten. Im Jahr 2016 begeht der Angelsportverein Breitungen e.V. sein 25-jähriges Bestehen, welches wir auch am 25.Juni 2016 auf unserem Vereinsgelände an der Kiesgrube Breitungen feiern möchten.Hierzu laden wir jetzt schon alle Mitglieder und Freunde sowie alle Interessenten recht herzlich ein. Wir wünschen allen Mitgliedern und Angelfreunden auch weiterhin eine erholsame und schöne Zeit an unseren Breitunger Gewässern.


Mit einem Petri Heil

Im Namen des Vorstandes des ASV- Breitungen e.V.


Kümpel- 2. Vorsitzender –


 

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